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Die Fähigkeit, unter Druck standzuhalten und gestärkt aus Krisen hervorzugehen.

Stress am Arbeitsplatz: Was tun, wenn der Druck zur Dauerbelastung wird
28. Mai 20264 Min. Lesezeit

Stress am Arbeitsplatz: Was tun, wenn der Druck zur Dauerbelastung wird

Zu viele Mails, zu viele Meetings, zu wenige Stunden. Das kennen viele. Problematisch wird es, wenn dieser Zustand nicht mehr Ausnahme, sondern Normalzustand ist. Wenn Sie sich montags bereits aufs Wochenende freuen. Wenn Erholung nicht mehr richtig funktioniert. Wenn der Körper anfängt, Signale zu senden, die Sie eigentlich schon länger ignorieren.

Warum "einfach mal abschalten" nicht funktioniert

Stress am Arbeitsplatz ist nicht dasselbe wie zu viel Arbeit. Wer überarbeitet ist, erholt sich nach einer ruhigen Woche. Wer unter chronischem Arbeitsstress steht, nicht mehr. Das Nervensystem ist so dauerhaft aktiviert, dass Entspannung sich falsch anfühlt. Das Gehirn bleibt im Bereitschaftsmodus, auch im Urlaub, auch am Wochenende, auch nachts.

Die Ursachen von Arbeitsstress sind vielfältig: unrealistische Erwartungen, fehlende Kontrolle über die eigene Arbeit, mangelnde Wertschätzung, Konflikte im Team, Rollen, die nicht zu den eigenen Werten passen. Wichtig zu verstehen ist: Das ist kein persönliches Versagen. Es ist ein Signal, dass etwas im System nicht stimmt.

Was wirklich hilft, und was nur so tut als ob

Was kurzfristig Entlastung bringt

  • Prioritäten sichtbar machen: Schreiben Sie auf, welche drei Aufgaben heute wirklich wichtig sind. Nicht zehn. Drei. Das reduziert den Entscheidungsdruck und gibt dem Tag Struktur.
  • Mikropausen einbauen: Fünf Minuten nach jedem Meeting, kein Bildschirm. Das klingt banal, aber es gibt dem Nervensystem die Zeit, aus dem Aktivierungsmodus zu schalten.
  • E-Mail-Zeiten festlegen: Permanente Erreichbarkeit hält das Nervensystem dauerhaft auf Alarm. Feste Zeitfenster fürs Lesen von Mails verändern das spürbar.

Was mittelfristig nötig ist

Kurzfristige Massnahmen helfen dem Nervensystem. Sie verändern nicht die Situation, die den Stress erzeugt. Wer dauerhaft unter Druck steht, braucht irgendwann eine ehrliche Analyse: Was genau ist das Problem? Welche Teile davon liegen in meiner Kontrolle? Was kann ich verändern, und was erfordert eine Entscheidung von aussen? Diese Analyse alleine zu machen ist schwer, weil man mitten im Stress steckt. Das ist einer der Gründe, warum ein Gespräch mit einer aussenstehenden Fachperson oft mehr bringt als weitere Selbstoptimierung.

Wann Arbeitsstress zum Problem wird

  • Sie erholen sich auch nach dem Wochenende nicht richtig.
  • Sie schlafen schlecht oder wachen mit kreisenden Gedanken auf.
  • Kleinigkeiten bringen Sie aus der Ruhe, was Sie selbst überrascht.
  • Sie funktionieren, aber ohne echte Energie oder Freude.
  • Sie denken häufig an Arbeit, auch wenn Sie eigentlich nicht arbeiten.

Keiner dieser Punkte für sich allein ist ein Alarmsignal. Wenn mehrere davon gleichzeitig zutreffen und das seit Wochen, ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen.

Was Sie heute tun können

  • Aufschreiben, was Sie am meisten Energie kostet: ohne Bewertung, nur beobachten. Oft wird durch das Aufschreiben klar, was wirklich das Problem ist.
  • Eine einzige Grenze setzen: Welches Ja haben Sie zuletzt gesagt, das eigentlich ein Nein hätte sein sollen? Grenzen setzen ist eine erlernbare Fähigkeit.
  • Gespräch suchen: Mit einer Person, die Sie gut kennt. Oder mit einer Fachperson, die Ihnen hilft, die Situation klarer einzuordnen.

Wenn Stress am Arbeitsplatz Sie dauerhaft belastet, schauen wir gemeinsam, was sich konkret verändern lässt. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

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Mirea Triebe

Psychologin und HR-Expertin in Zürich

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